Medikamentöse Behandlung

Zur Zeit gibt es keine Medikamente, die eine dauerhafte Schrumpfung der Myome bewirken können. 

Weil das Myomwachstum die Tendenz zeigt nach der Menopause zu stoppen, bzw. abzunehmen, spielen die Reproduktionshormone- Östrogen, Progesteron oder beide –  eine kritische Rolle in dem Fortbestehen eines Myoms. 

Daher nutzt man einige Substanzen, die eines dieser Hormone blocken, um schwere Myome mit einigem Erfolg zu behandeln. 

Kontrazeptiva 

Einige kürzlich durchgeführte Studien mit neueren niedrig dosierten oralen Kontrazeptiva lassen vermuten, dass sich diese protektiv auswirken oder sogar das Myomrisiko verringern. Allerdings ist nicht klar, ob oder wie sie bei Frauen mit bereits bestehenden Myomen angewandt werden sollen. 

Eine neue Form der Spirale Levonorgestrel Intrauterin System (LNG IUS genannt), stellt ein sehr gutes Kontrazeptivum dar, welches gleichzeitig hilft Uterusblutungen zu verringern, selbst bei Frauen mit Myomen, obwohl anscheinend nur mit sehr geringen Auswirkungen auf die Myome selbst. 

Progesteron (entweder natürliches oder synthetisches) ist hilfreich bei Patientinnen, die sicher durch eine ungebremste Östrogenproduktion verursachte starke Blutungen haben. Einige können hilfreich sein für Frauen mit durch Myome ausgelösten Blutungen , wobei bisher noch nicht klar ist welche. 

GnRH Agonisten 

Gonadotropin Releasing Hormon (GnRH) blockiert die Freisetzung der Reproduktionshormone LH (Luteinisierendes Hormon) und FSH (Follikel stimulierendes Hormon). 

Als Effekt stoppen die Eierstöcke den Eisprung und stellen die Östrogenproduktion ein. GnRH Agonisten beinhalten Substanzen wie Goserelin (Zoladex), Buserelin, monatliche Injektionen von Leuprolid (Lupron Depot) und Nafarelin (Synarel) als Nasenspray. 

Solche Präparate können alleine oder als Vorbereitung für weitere Behandlungen genutzt werden. 

Sie können in folgenden Situationen angewandt werden 

  • Als präoperative Behandlungsmöglichkeit drei oder vier Monate vor der Gebärmutteroperation. Die Anwendung von GnRH Agonisten in solchen Fällen  reduziert die Myomgröße und das Uterusvolumen, hilft eine eventuell bestehende Anämie aufgrund von Blutverlust zu korrigieren, reduziert den Blutverlust während der Operation und vermindert die Dauer des Krankenhausaufenthaltes. 
  • Bei Frauen mit Myomen, die sich der Menopause nähern. Hier müssen sie nur  eine kurze Zeit gegeben werden. 
  • Möglicherweise hilfreich, um die Fruchtbarkeit zu verbessern. Hierbei ist es wichtig anzumerken, dass Frauen nicht versuchen sollten während der Einnahme dieser Medikamente schwanger zu werden, da hieraus ein erhöhtes Risiko für Geburtsschäden resultieren kann.


Während GnRH Agonisten zwar die Größe der Myome um 30 – 90 % der Originalgröße vermindern können, haben sie doch bestimmte 
Einschränkungen

  • Sie sind keine permanenten Heilmittel und das Myomwachstum setzt nach Absetzen der Medikamente wieder ein. 
  • Sie können nicht oral eingenommen werden. 
  • Sie sind teuer. 
  • Eine lange Einnahme GnRH Agonisten hat nachteilige Auswirkungen auf die Knochendichte.


Vor Einnahme dieser Medikamente sollte sich der behandelnde Arzt sicher sein, dass zur Zeit keine anderen komplizierenden Umstände vorliegen, insbesondere kein Leiomyosarkom (keine bösartige Erkrankung). In diesem Fall könnte die Einnahme die Behandlung der Krebserkrankung verzögern und schwerwiegende Komplikationen verursachen. 

Allgemein vorkommende Nebenwirkungen (die in manchen Fällen schwerwiegend sein können) beinhalten Menopausen ähnliche Symptome wie Hitzewallungen, Nachtschweiß, Veränderungen der Vaginalflora , Gewichtsänderungen sowie Depressionen. Die Stärke der Nebenwirkungen variiert abhängig von dem jeweiligen GnRH Agonisten. So können sie zum Beispiel stärker sein unter der Einnahme von Leuprolid und auch nach Einnahmestopp noch anhalten. 

Von größtem Interesse ist möglicherweise die Entwicklung einer Osteoporose durch Östrogenmangel. Daher sollten GnRH Agonisten nicht länger als 6 Monate eingenommen werden. 

Eine alleinige GnRH Behandlung verhindert keine Schwangerschaft. Darüberhinaus besteht sogar das Risiko von Komplikationen im Falle einer eintretenden Schwangerschaft während der Einnahme von GnRH Agonisten. Daher sollten Patientinnen in solchen Fällen zusätzlich unter der Therapie nicht hormonelle Verhütungsmethoden nutzen wie zum Beispiel ein Diaphragma oder Kondome. 

Antiprogesterone 

Gestrinon. 
Antiprogesterone sind vielversprechende Substanzen zur Behandlung von Myomen. Gestrinon hat gezeigt, dass es das Uterusvolumen reduzieren sowie zu einem Blutungsstopp führen kann. Zusätzlich scheinen diese Wirkungen von Dauer zu sein. 

Nachteilige Effekte von Gestrinon beinhalten männliche Hormonwirkungen wie Akne und möglicherweise die Entwicklung eines zu hohen Cholesterinspiegels. 

Mifepriston. 
Diese Substanz ist ein Antiprogesteron, das in manchen Studien eine Größenreduktion der Myome bewirkt hat.  

 

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