Entstehung von Myomen

Die genauen Gründe für die Entstehung von Myomen sind unbekannt, aber es wird ein enger Zusammenhang mit einer Änderungen des Hormonspiegels von Östrogen, Progesteron und anderen sog. Wachstumsfaktoren diskutiert.

So können beispielsweise Schwangerschaften, die Einnahme oraler Kontrazeptiva (Pille) oder eine Hormontherapie das Wachstum von Myomen enorm fördern.

Scheinbar existiert auch eine genetische Prädisposition für die Entwicklung von Gebärmutter-Myomen.

Selten sind Frauen vor dem zwanzigsten Lebensjahr betroffen, am häufigsten findet man Myome bei Frauen in der reproduktiven Phase, während sie nach den Wechseljahren eher die Tendenz zeigen zu schrumpfen.

Ausgehend von diesen Untersuchungen kann man davon ausgehen, dass beide weiblichen Hormone, sowohl Östrogen als auch Progesteron, eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Myomen spielen. Die genaue Entstehung ist zwar unklar, jedoch erklären einige Theorien den Zusammenhang zwischen der Entstehung eines Myoms und Östrogen folgendermaßen:

Die Östrogen-Verteilung innerhalb eines Myoms ist ähnlich der in der Gebärmuttermuskulatur während der Schwangerschaft. So reagiert die glatte Muskulatur der Gebärmutter in Myomen auch ähnlich wie in der Schwangerschaft. Myomzellen sprechen nicht mehr auf solche äußere Signale an, die das durch Östrogen geförderte Wachstum hemmen. Somit kommt es seltener zu einer natürlichen programmierten Selbstzerstörung der wuchernden Zellen (Apoptose), sondern, unter dem Einfluss des Östrogens, zu  einem kontinuierlichen und unkontrollierten Wachstum des Myoms.

Einige Untersuchungen lassen vermuten, dass Östrogen das Tumor-Suppressor-Gen ( p53 ) im Myomgewebe hemmt. Hierdurch kommt es zu einer ungebremsten Proliferation der Zellen mit Größenzunahme des Myoms (p53 spielt sowohl bei gutartigen als auch bei bösartigen Prozessen eine wichtige Rolle).

Genetische Faktoren sind bei vielen Fällen von Myomen entscheidend. Wissenschaftler untersuchen verschiedene genetische Faktoren welche während der Myomentstehung die Hormonwirkung regulieren. Hier existieren diverse Proteine, Wachstumsfaktoren genannt, die sehr wahrscheinlich auslösend dafür sind, dass Gebärmuttermuskulatur unkontrolliert proliferieren kann.

Andere Forschungsprojekte haben herausgefunden, dass es mindestens 145 verschiedene Gene gibt, welche die Entstehung von Myomen beeinflussen. Einige berichten sogar davon, dass diese Gene paradoxerweise auch vom Vater vererbt werden können

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