Wie werden Myome diagnostiziert ?

Der Arzt wird eine Untersuchung des kleinen Beckens durchführen, um nach einem Anhalt für Myome oder anderen Abnormalitäten zu suchen. 

Die persönliche Krankengeschichte 

Der Untersucher benötigt die kompletten Informationen über die medizinischen Ursachen, welche mit Blutungsstörungen einhergehen können. 

Folgende Informationen sind hierbei wichtig: 

  • Existieren bereits andere Familienmitglieder mit Menstruations-beschwerden oder Blutungsstörungen? (welche bereits im Jugendalter mit überstarken Regelblutungen aufgefallen waren). Anzumerken ist, dass in einigen Fällen junge Frauen mit starken Regelblutungen diese nicht unbedingt angeben, gerade wenn sie in Familien aufwachsen in denen solche starken Blutungen als normal angesehen werden. 
  • Das Vorhandensein anderer gynäkologischer Gründe welche verstärkte Blutungen hervorrufen können. Frauen die ihren Gynäkologen aufsuchen wegen Menstruationsbeschwerden, verstärkten Blutungen, Schmerzen im Beckenbereich, oder beidem könnten evetuell eine zugrundeliegende Erkrankung haben, die abgeklärt werden muß. 
  • Auftreten bzw. Verteilung von Blutungen. (Wenn sie während der regulären Menstruation auftreten werden primär nicht hormonelle Behandlungen angestrebt. Bei irregulären Blutungen, d.h. Blutungen die zwischen den Regelblutungen, nach Geschlechtsverkehr auftreten oder mit Schmerzen im Becken oder prämenstruellen Schmerzen assoziiert sind, sind vom Arzt zunächst andere Umstände abzuklären, die diese Beschwerden verursachen können.) 
  • Regelmäßige Einnahme von Medikamenten (inklusive Vitamine und rezeptfreie Medikamente) 
  • Nahrungsmittel, inklusive Koffein- und Alkoholgenuß 
  • Gegenwärtiger oder früherer Gebrauch von Kontrazeptiva.
  • Stressreiche Ereignisse. 
  • Sexualanamnese. (Hierbei ist es sehr wichtig, dass die Patientin dem behandelnden Arzt so viel Vertauen entgegen bringt, dass sie sexuelle Praktiken erwähnt, die gegebenenfalls risikoreich sein können.)

Ausschluß anderer Ursachen, die verstärkte Blutungen (Menorrhagien) hervorrufen 

Nahezu jede Frau leidet im Laufe der reproduktiven Phase einmal unter verstärkten Blutungen (der medizinische Ausdruck ist Menorrhagien). Erhöhtes Gewicht, fortgeschrittenes Alter, höhere Anzahl von Schwangerschaften erhöhen die Wahrscheinlichkeiten für stärkere Blutungen als im Durchschnitt. In einigen Fällen bleiben die Ursachen für verstärkte Blutungen unbekannt, aber eine große Anzahl von Ursachen können Menorrhagien verursachen oder zumindest das Risiko erhöhen. 

  • Fehlgeburten. Ein einmaliger Fall einer starken Blutung, nach dem normalen Termin der Regelblutung kann auf eine Fehlgeburt hinweisen. Findet diese Blutung jedoch zum Termin der normalen Regelblutung statt, so kommt eine Fehlgeburt als Grund eher nicht in Frage. 
  • Späte Perioden oder bevorstehende Menopause. Diese Ereignisse verursachen gelegentlich Menorrhagien. 
  • Polypen der Gebärmutterschleimhaut. (Dabei handelt es sich um kleine gutartige Neubildungen) 
  • Kontrazeptiva. (Pille oder Spirale.) 
  • Gerinnungsstörungen, die zu einer herabgesetzten Gerinnbarkeit des Blutes führen, können starke Menstruationsblutungen verursachen. Nach verschiedenen Studien entstehen 10 bis 17% der Menorrhagien auf der Grundlage einer Gerinnungsstörung. Die Von Willebrand Erkrankung, eine vererbbare Störung, ist die häufigste Gerinnungsstörung. Viele Studien zeigen dass von diesem Problem mehr afrikanische Frauen aber weniger Kaukasien stammende Frauen betroffen sind. Andere seltener auftretende Erkrankungen, welche mit einer Verminderung der Blutplättchen oder bestimmter Gerinnungsfaktoren einhergehen, können ebenso als Ursache von Menorrhagien in Frage kommen. Die meisten Gerinnungsstörungen haben eine genetische Ursache. Junge Frauen die unter starken Blutungen leiden sollte man daraufhin abklären. 
  • Gebärmutterkrebs. 
  • Infektionen im Beckenbereich. 
  • Endometriose. (Hierbei handelt es sich um kleine Inseln versprengten Gebärmuttergewebes. In diesem Fall beobachtet man allerdings häufiger Schmerzen als Blutungen.) 
  • Adenomyosis. Davon spricht man wenn Drüsen der Gebärmutterschleimhaut in die Muskelschicht der Gebärmutter wachsen. Die resultierenden Symptome sind ähnlich wie bei Myomen (verstärkte und schmerzhafte Blutungen). Eine Studie zeigte das gleichzeitige Vorhandensein von Myomen in 62% der Fälle. Häufig betroffen sind Frauen mittleren Alters, die mehrere Kinder geboren haben. 
  • Eine Anzahl anderer Erkrankungen wie zum Beipiel Schilddrüsenerkrankungen, systemischer Lupus erythematodes, Diabetes, einige Krebserkrankungen und Chemotherapien sowie einige seltene Bluterkrankungen. 
  • Bestimmte Medikamente, eingeschlossen gerinnungshemmende sowie entzündungshemmende Medikamente. 
  • In vielen Fällen sind die Ursachen starker Blutungen nicht bekannt, grundlegende physiologische, also natürliche Faktoren könnten hier ursächlich sein, obwohl die Mechanismen noch nicht ausreichend geklärt sind.

Gebärmutterspiegelung 

Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung) ist ein Verfahren, das genutzt wird um Myome, Polypen oder andere Ursachen einer Blutung abzuklären. Obwohl auch durch weniger invasive Methoden Gründe einer außergewöhnlichen uterinen Blutung bestimmt werden können, bietet die Hysteroskopie den Vorteil zusätzlich als chirurgische Maßnahme dienen zu können um submukoide Myome zu entfernen. 

Hysteroskop 

 

Für eine Hysteroskopie werden keine Schnitte gelegt. Benötigt wird lediglich eine längliche starre oder flexible Röhre, welche Hysteroskop genannt wird. Dieses wird über die Scheide durch den Gebärmutterhals eingeführt um die Gebärmutter zu erreichen. Eine Fieberoptik und eine kleine Kamera ermöglichen dem Untersucher die Gebärmutterhöhle zu beurteilen. Die Gebärmutter wird dabei entweder mit einer Elektroytlösung oder Kohlendioxid gefüllt um die Sichtverhältnisse zu verbessern. Danach kann es zu leichten krampfartigen Beschwerden kommen. 
 

Hysteroskopischer Blick auf Myome 

 

 

BILDGEBENDE VERFAHREN 

Ultraschall und Sonohysterografie. 

Ultraschall ist das Standardverfahren zur Untersuchung der Gebärmutter sowie der Eierstöcke und ermöglicht die Darstellung von Myomen, Eierstockzysten und Tumoren sowie Einengungen im Bereich der Harnwege. Hierbei werden Ultraschallwellen genutzt um ein Bild der Organe zu erzeugen. Ein Risiko geht von diesem Untersuchungsverfahren nicht aus und kann lediglich ein geringes Maß an Unbehagen für die Patientin beinhalten. 
Eine Ultraschalluntersuchung während des ersten Arztbesuches, nachdem Symptome wie ungewöhnliche Blutung oder Krämpfe aufgetreten sind, oder wenn ein ungewöhnlicher Tastbefund vorliegt, kann hilfreich sein die Diagnose eines Myoms zu stellen. 

Vaginal durchgeführter Ultraschall dauert nur ein paar Minuten, ist nur wenig unangenehm und verschafft schnell nicht zu  unterschätzende Informationen. Eine Ultraschalluntersuchung kann helfen die Anzahl und die Lage der Myome zu bestimmen sowie eine Größenbestimmung durchzuführen und auch diese über einen längeren Zeitraum zu beobachten.

Transvaginale Sonohysterographie nutzt Ultraschall kombiniert mit einer Elektrolytlösung, die in die Gebärmutterhöhle eingebracht wurde um die Sichtverhältnisse während der Untersuchung zu verbessern. Deswegen ist diese Methode geeignet um unklare Befunde, die während der vaginalen Sonographie erhoben wurden, besser zu beurteilen. Einige Experten gehen davon aus, dass diese Methode vorwiegend für die Diagnostik von Blutungsstörungen genutzt werden sollte. 

Magnetresonanztomographie. Die Magnetresonanztomographie (MRT) ermöglicht eine bessere Darstellung von Myomen, die ursächlich für Blutungen sein können, es handelt sich hierbei jedoch um ein sehr teures und zeitaufwändiges Verfahren, welches normalerweise nicht nötig ist. 

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